Buhl gegen Scheidt:
amtierender WM-Champ besiegt den mehrfachen.
Philipp Buhl, zeitnah auch "Sportler des Jahres" von Hamburg,
erkämpft am letzten Tag die Gesamtführung.
(Gesamtbericht: Zuletzt aktualisiert am Mo., 11.05.2021)
(Vilamoura / Algarve, Portugal, 19. / 24.04.2020 - Text ©: Von Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben)
Hamburgs „Sportler des Jahres“ ...... als schöner überraschender Vorspann für die bevorstehende Regatta.
Im Hamburger Sportgala-Interview sagte Philipp, zugeschaltet aus dem Trainingslager und den Regattavorbereitungen in Vilamoura (Portugal): „Das ist eine schöne Ehre für mich, Hamburgs Sportler des Jahres zu sein, vielen, vielen Dank“.
Links zu einigen Beiträge hierzu:
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Der Auftakt gelingt Philipp mit einem 2. und anschließenden 10. Platz gut und für ihn auch zufriedenstellend. Die Zwischenbilanz wies ihm zunächst den 6. Platz zu.
Ergebnisse nach 2 WF bzw. 1. Tag
Am 2. Tag lief auch nicht alles ganz glatt. Mit dem 14. Rang im ersten Rennen war Philipp wohl nicht besonders zufrieden. Jedoch rehabilitierte er sich mit einer 3. Position in der anschließenden Wettfahrt. Er verbesserte sich in der Zwischenwertung auf Rang 3, mit geringem Rückstand zum führenden Filip Jurisic (Kroatien).
Ergebnisse nach 4 WF bzw. 2. Tag
Von den Deutschen konnten sich Willim (42.) und auch Hoffmann (64., musste wohl etwas um die Quali bangen) auch für die beste Flotte qualifizieren. Wanser musste sich mit der Gruppe in der 2. Reihe (Silber-Flotte) zufriedengeben.
Ergebnisse nach 6 WF bzw. 3. Tag
Halbzeit! Und nun in die verdoppelte Leistungsdichte im Goldfleet
Auch die anschließende Wettfahrt verlief bei Philipp nicht berauschend (10.). Jedoch war dies aufgrund der sehr schwierigen Windbedingungen dennoch zufriedenstellend. Auch die Führungsgruppe hatte es teils erheblich geschleudert. Die veränderte Reihenfolge lautete nun: Beckett, Jurisic, Tonci Stipanovic (Kroatien) ... Scheidt (5.), Buhl (6.).
Ergebnisse nach 8 WF bzw. 4. Tag
Auch am 5. Tag sollte bei Philipp ein gewisses Auf und Ab der Resultate, wie schon an den Vortagen, kein Ende nehmen. Dabei ist allerdings Philipps zunächst 20. Platz trotz gutem Wind vermeidbaren Fehlern, zumindest einem gewichtigeren, geschuldet. Für ihn realistisch vermeidbar (oder auch Leichtsinns-Fehler (?)), das tröstet und hilft gleichzeitig für’s Nächste. Die Kompensation erfolgt prompt durch einen überzeugenden 2. Rang danach.
Am Vortag der Entscheidung weist die temporäre Gesamtwertung Beckett vor Scheidt und Buhl (+19 bzw. +5 Punkte Rückstand) Und nur einzelne Punkte dahinter Jurisic, Perez Rodriguez (Spanien) und Jean Baptiste Bernaz (Frankreich).
Philipp durfte für den morgigen finalen Tag nur nach vorne und nicht auf seine harten Verfolger scharf stellen, um sein Ziel zu erreichen. Verteidigung seines 3. Podestplatzes war sicherlich nicht sein erstrangiges Ding.
Sehr spannender harter Endkampf
Die Spannung um die hart umkämpften Spitzenplätze war enorm. Die Windbedingungen sehr gut: Kräftiger bis starker Gradient-Seewind aus der Bucht von Cadiz, stattliche Windwellen und dazu ene über 3 m hohe querlaufende Dünung. Segeltechnisch wirklich schwierig und höchst anspruchsvoll. Vor allem auch gegenüber den Kräften, der so wichtigen Ausdauer auf der Kreuz usw. Gefragt war im Athlethen der entschlossene Kampfgeist für das „Jetzt alles in die Waagschale!“.
So mag er es, der amtierende Weltmeister: in der Jagdstellung bei für ihn sympathischen Bedingungen. Und nun auch noch gegen den bis dahin knapp noch vor ihm platzierten Weltmeister und Olympiasieger aus Brasilien (natürlich neben all den anderen gefährlichen Gegnern). Das einstige große Vorbild für den damaligen Youngster vom Alpsee. Und auch heute wird dem Robert eine sehr hohe sportbezogene Anerkennung und Wertschätzung von Philipp zuteil. Aber auf dem Wasser sind sie gnadenlose und mitunter sicherlich auch gegenseitig gefürchtete Rivalen. Welch einzigartige und emotionale Wendungen in all der Zwischenzeit.
Nach meiner Betrachtung: Bei solchen Bedingungen muss der Jüngere nach all den Jahren den unbestritten ganz Großen, die Laser-/Segler-Legende schlechthin, nicht mehr sehr fürchten – allerdings auch niemals unterschätzen. Scheidt ist ein hocherfahrener Segler und herausragender Könner auch heute noch.
Rechts im Bild der Video-Link zur 12. und finalen Wettfahrt
Endresultate
Dazu am Rande noch eine fiktive Betrachtung: Scheidt wurde von Philipp schlussendlich nur um 1 Punkt (bzw. im Falle der Punktgleichheit um 2 Punkte) des Sieges verwiesen. Philipp hätte jdoch ohne Einrechnung des Streichergebnisses das Event klar gewonnen, und zwar vor Beckett (2., + 8 P.) ... Scheidt (6., + 43 P.).
In der Klasse des Flying Dutchman, Jahrzehnte lang olympische Zweimann-Jolle und Vorgänger des olympischen Lasers ab 1996, wurde die streicherlose Bestleistung und damit der strengere und eigentlich höherwertige Sieg zusätzlich mit dem Mexican Hat gewürdigt. Der als Silber-Trophäe gefertigte Sombrero-Hut war im Prinzip kaum weniger begehrt wie der offizielle Sieg. Ohne Streichergenis zu gewinnen, drückt nämlich die brillianteste Leistungskonstanz aus.Die weiteren Platzierungen: 4. Bernaz (Frankreich), 5. Stipanovic (Kroatien), 6. Elliot Hanson (England), 7. Charlie Buckingham (USA), 8. Jurisic (Kroatien) ... 53. Willim ... 62. Hoffmann ... 119. (bzw. 49. Im Silverfleet) Wanser.
Endergebnisse nach 12 WF bzw. 6. Tag
